how does she do it!!!!????!?!

by helenajambor

Meant as a compliment, I still despise being asked in awe how I manage to raise kids and have a (science) career. The simple answer is: I try. And fail. And try again. Just like thousands of other working mothers. I always wonder if people would dare asking this question to a male scientist who also often combine family and career.

I never wanted to comment on working mothers – others said all before, and better. But a recent article in the local newspaper did prompt me to write a reply to the editor. The article portraits two women that, with support from the Technical University of Dresden, combine family and a science career.

The article however fails to notice: it portraits only women! And, they are at the postdoc stage, meaning, they are far from a successful career as independent scientists, which is tied to a professorship. And, the article also fails to mention the reason no female professor was interviewed: the institute in fact has 0% female professors (full and assistant level!) – a fact that I do find noteworthy in the context of this article! Not enough, I kid you not, the support from the TU Dresden is organized though the “office for chronically ill, disabled, and women” – clearly, 50% of the population are considered just another minority.

 

The printed shortened reply:


My entire article here (German):

Leserbrief, Anmerkungen zu „Zwischen Labor und Familie“, SZ 22. August 2016/Campus, Jana Mundus.

Der Artikel beschreibt sehr hübsch zwei Wissenschaftlerinnen am CRTD Institut, das zur Fakultät Naturwissenschaften der TU Dresden gehört. Es fehlt allerdings komplett eine auch nur ansatzweise kritische Auseinandersetzung mit der Situation von Frauen in der Wissenschaft. Warum kamen nicht mehr Professorinnen zu Wort? Es gibt sie nicht!

Ich bin Wissenschaftlerin und Mutter und musste in den letzten Jahren zusehen, wie eine nach der anderen meiner talentierten, ambitionierten und erfolgreichen Kolleginnen aufgegeben hat. Die Gründe sind vielfältig, aber letztendlich gibt es eben die berühmte Glasdecke, durch die Frauen oft nur schwer durchkommen. Und alles „Reinlehnen“ (siehe Sheryl Sandbergs Buch Lean in) reicht eben nicht aus, um die Glasdecke zu durchbrechen. Aber, um unabhängige Forschung zu betreiben, ist das Ziel immer die Professur oder eine äquivalente Stelle an einem Forschungsinstitut. Beide im Artikel beschriebenen Forscherinnen sind noch weit davon entfernt oder kommen da nur schwer hin, weil sie auf einer Nachwuchsstelle (Postdoc) festsitzen, die, wenn sie als Sprungbrett für die Professur genutzt wird, in der Regel vor dem vierzigsten Geburtstag beendet sein sollte (man muss ja auch eine Weile noch Juniorprofessor sein bevor man zum Vollprofessor ernannt wird!).

Das Institut, an dem die beiden Forscherinnen tätig sind, das CRTD, glänzt nicht mit einem hohen Frauenanteil. Im Gegenteil, seit dem Weggang von Professor Elly Tanaka gibt es KEINE Frau in der Riege der Professuren, oder auch nur Nachwuchsprofessuren. An den direkten Nachbarinstituten ist das nicht anders: Am BIOTEC sind gerade mal zwei von 14 Gruppenleiterinnen weiblich. Das dritte Institut am Tatzberg, B-cube, hat ebenfalls: KEINE Frau. Summa summarum ist der Frauenanteil am Center for Molecular and Cellular Bioengineering, dem die drei Institute zugeordnet sind, damit bei knapp über 5%.

Wird sich das ändern? Mit Sicherheit nicht. Woher ich das weiß? Alle Nachwuchsprofessuren an den genannten Instituten wurden mit Männern besetzt, inklusive der neuesten Nachwuchsgruppenleiterstellen. Dies senkt den Frauenanteil nochmals und zementiert den niedrigen Frauenanteil auch langfristig: wie soll man eine Professur mit einer Frau besetzen wenn es unter den Juniorprofessuren schon keine gibt? Dieser geringe Frauenanteil ist eine klare Missachtung der schon vor 10 Jahren vereinbarten „Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards“ der DFG, und der von ihr geförderten Forschung!

Gibt es keinen Druck seitens der Universitätsleitung, der Politik, dem Aufsichtsrat? Der Aufsichtsrat (in der Wissenschaft: scientific advisory board) des CRTD und BIOTEC ist zu 100% mit Männern besetzt, denn, anders als in Dax-Konzernen, gibt es hier keine Frauenquote! Der Druck der Politik, trotz einer prominenten Frau, Eva-Maria Stage, an der Spitze des Wissenschaftsbereichs, reicht nicht aus. Und die TU Dresden? Solange die Belange der Frauen in der Stabstelle für „chronisch Kranke, Behinderte und Frauen“ (!!!) behandelt werden, wird sich das Bild festigen, dass Frauen nur eine weitere Minderheit sind, und nicht als exzellente Wissenschaftlerinnen im Hauptinteresse der Universitätsleitung stehen. Aber: wir sind keine Minderheit, wir sind 50%, im Biologie-Studium oft sogar 6—70%, und wir wollen bitte langfristig auch 50% der Professuren besetzten! Warum? Frei nach Justin Trudeau: Because it’s 2016.

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